Casandra Krammer

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Was soll ich als Autor auf Instagram Posten? + 15 Post Ideen fĂŒr deine Buch-Kampagne

In meinem letzten Blogartikel sprach ich darĂŒber, dass Instagram einer der besten Social Media Plattformen ist, um mit seinen Lesern in Kontakt zu kommen. Das liegt daran, dass wir dort eine sehr aktive und interaktive BĂŒchercommunity haben.
Obwohl die Sterne gut fĂŒr Autoren stehen, scheint es fĂŒr manche dennoch schwer zu sein, dort Fuß zu fassen. In meinen Augen hat das genau zwei GrĂŒnde:

Die Menschen wissen nicht, was sie posten sollen und sie geben zu schnell auf.

Geduld und bedingungslose Begeisterung fĂŒr ein neues Medium sind nicht gerade Eigenschaften, mit denen die meisten von uns gesegnet sind.
Ich persönlich bin seit 2015 auf Instagram und habe erst im letzten Jahr den Dreh fĂŒr mich herausbekommen. Dabei war mir im Geheimen schon bewusst, dass ich einige Sachen falsch mache, ich habe sie aber trotzdem gemacht, weil sie schnelle Erfolge versprochen haben.
Witzigerweise war nicht nur meine Herangehensweise falsch, ich bin auch noch dem falschen Ziel hinterhergejagt!

Lass es mich kurz erklÀren.

FrĂŒher habe ich mir fleißig Videos und Blogartikel angesehen, die mir Tipps gegeben haben, wie man mehr Follower bekommt. Dabei hĂ€tte ich mir das Theater sparen können und diese Energie lieber darin investiert, mich mit echten Menschen zu vernetzen.
Viele Follower zu haben, ist nicht das Ziel von Instagram. Das Ziel ist es, ein Netzwerk aus Kollegen, Freunden und Lesern aufzubauen.
Lass es mich so ausdrĂŒcken, dass jeder es versteht:

Es ist wichtiger zu wissen, dass in China ein Sack Reis umfÀllt, als die Anzahl deiner Follower.

Jetzt wo wir hoffentlich alle an einem Strang ziehen und ihr niemals diesen Sack Reis vergessen werdet, wollen wir uns um die Dinge kĂŒmmern, die wirklich auf Instagram zĂ€hlen:
Die Menschen.Wir sind soziale Wesen, wir erzĂ€hlen uns Geschichten, teilen Sachen, die uns gefallen, unterstĂŒtzen Projekte, die unser Herz berĂŒhren und haben alle das BedĂŒrfnis, dazuzugehören.
Instagram ist wie das Leben – nur mit vielen Filtern. Und genauso musst du die Plattform auch behandeln.

Wer du bist und wofĂŒr du stehst

Bevor ich dir eine Liste mit Sachen gebe, die du auf Instagram posten kannst, solltest du vorher erst einmal die Frage klĂ€ren: wer du bist und wofĂŒr du stehst?
Diese Frage kannst du ganz allgemein auf dich beziehen oder du erstellt dir extra eine Persönlichkeit fĂŒr dein Autorenpseudonym. Egal, fĂŒr was du dich entscheidest, ich empfehle dir, deine Erkenntnisse aufzuschreiben.
Sollte es dir schwerfallen, diese Frage konkret zu beantworten, habe ich hier eine kleine Liste an Teilfragen zusammengestellt, die dir bei dieser Aufgabe helfen:

– Wie sehen deine Werte aus?
– Welche Moral vertrittst du?
– Wie wĂŒrdest du dich und dein Charakter beschreiben?
– WofĂŒr bist du in deinem Umfeld bekannt?
– WofĂŒr möchtest du bekannt sein?
– WofĂŒr bist du im Leben dankbar?
– Was sind deine Hobbys?
– Eine Liste mit Dingen, die du liebst
– Eine Liste mit Dingen, die du hasst
– Was möchtest du im Leben noch alles erreichen?
– Was möchtest du an dir verbessern/verĂ€ndern?

Dasselbe kannst du auch nochmal spezifisch zum Thema Schreiben und Literatur machen:

– Welches Genre liest du am liebsten?
– Welches Genre schreibst du?
– Welche Themen sprechen dich in BĂŒchern am meisten an?
– Über welche Themen schreibst du?
– Wer sind deine Lieblingsautoren?
– Welche Autoren willst du unbedingt noch lesen?
– Was fĂŒr eine Verbindung willst du zu seinen Lesern haben?
– Was fĂŒr eine Verbindung möchtest du zu deinen Autorenkollegen haben?
– WofĂŒr möchtest du in der BĂŒcherwelt bekannt sein?

Falls dir noch mehr Fragen einfallen, kannst du diese natĂŒrlich gerne aufschreiben und beantworten. Ich empfehle dir, anhand dieser Fragen eine Mindmap zu erstellen.

Wenn du tiefer in diese Materie eintauchen willst, kann ich dir das Buch von Annika BĂŒhnemann ans Herz legen: Sei ganz du selbst – Branding fĂŒr Autoren.

Sobald du fertig bist, hast du im Endeffekt eine Mindmap oder Liste mit Dingen, die dich als Autor und Person reprĂ€sentieren. Du kannst auch gerne RĂŒcksprache mit Freunden halten und gucken, ob deine Selbstwahrnehmung mit der deiner Mitmenschen ĂŒbereinstimmt.

Was du auf Instagram posten sollst

Wenn du mir bis hierhin gefolgt bist, sollte dir ganz langsam klarwerden, dass es bei Instagram in erster Linie nicht darum geht, Werbung fĂŒr deine BĂŒcher zu machen.
Es gibt vier GrĂŒnde, warum Menschen Instagram-BeitrĂ€ge lesen und liken:

– Sie wollen Unterhalten werden
– Sie suchen Inspiration
– Sie wollen sich mit anderen vernetzen
– Oder sie wollen was lernen

Fast alle deine BeitrĂ€ge sollten sich in einer der Kategorien einreihen und ĂŒber was genau du schreiben willst, kannst du jetzt ganz einfach festlegen.
Nimm dir deine Liste oder Mindmap zur Hand und streiche dir die Dinge an, von denen du Lust hĂ€ttest, sie mit deinen Lesern zu teilen. Du musst nicht dein ganzes Leben in die Öffentlichkeit stellen, wie privat und detailliert du werden willst, kannst du ganz fĂŒr dich entscheiden.

Durch das Auflisten deiner Wertvorstellungen, weißt du genau, welchem moralischen Kompass deine BeitrĂ€ge folgen.
Ist es dir zum Beispiel wichtig, dass deine Mitmenschen dich als hilfsbereit, witzig und tierlieb sehen, ist es deine Aufgabe, diese Werte auch in deinen BeitrĂ€gen zu vermitteln. Du kannst herzerwĂ€rmende Geschichten ĂŒber eine Tierschutzorganisation verfassen, die du unterstĂŒtzt, witzige Stories ĂŒber deine Katze auspacken und regelmĂ€ĂŸig Accounts in deinen Insta-Stories empfehlen, die ein Herz fĂŒr Tiere haben.

Liest du am liebsten Krimi aus dem Saarland und schreibst selbst in dem Genre, machst du gut darin, zu teilen, welche BĂŒcher du zu diesem Thema gelesen hast und warum das Saarland so spannend fĂŒr dich ist. Vielleicht entdeckst du deine Liebe fĂŒr Wandern und erkundest zusammen mit deinen Followern die besten Wanderwege aus deiner Lieblingsregion.
Indem du dir darĂŒber im Klaren bist, wie du auf die Außenwelt wirken willst und wie dein Charakter aussieht, fĂ€llt es dir auch leicht, den richtigen Ton in deinen BeitrĂ€gen zu finden. Schreibe so, wie dir der Schnabel gewachsen ist – oder zumindest zu 80%. WĂŒrde ich in meinen BeitrĂ€gen das Wort „Scheiße“ und „Fuck“ so oft verwenden, wie im wahren Leben wĂŒrden alle die Flucht ergreifen.

Ich bin zum Beispiel aus dem hohen Norden, hier begrĂŒĂŸt man sich mit „Moin!“ und das mache ich auch sehr oft mit meinen Instagram-Lesern.
Du tust gut darin, deine ausgewÀhlten Dinge in zwei Kategorien einzuteilen:

1. Was will ich posten?
2. Wie will ich mich mitteilen?

Das könnte folgendermaßen aussehen:

1. Ich möchte ĂŒber mein Schreibprozess an meinem ersten Fantasy Roman berichten, ich will Kurzrezensionen zu meinen gelesenen BĂŒchern verfassen und das verrĂŒckte Leben von meinem Hasen Schnuff dokumentieren. Da ich gerne auf Mittelalterevents und Schreibtreffen gehe, will ich mit meinen Lesern teilen, welche witzigen Erfahrungen ich bereits auf solchen Events gesammelt habe. DarĂŒber hinaus ist es mir wichtig, meine Kollegen zu unterstĂŒtzen, also teile ich mit ihnen, welche Tipps ich auf den Schreibtreffen gelernt habe. Da ich FrĂŒchtetees liebe, gibt es von mir auch den einen oder anderen Tee-Test.

2. Da mich alle immer als weltoffen und witzig beschreiben, möchte ich, dass meine BeitrĂ€ge genauso locker und humorvoll sind. Schnuff hat es faustdick hinter den Ohren, seine BeitrĂ€ge werden direkt aus seiner Sicht geschrieben. Da ich lange Rezensionen Öde finde und ich ungerne negative Stimmen abgebe, gibt es bei mir nur kurz und knackige Buchtipps. Da ich gerne meine eigenen Karten und Figuren zeichne, mache ich es mir zur Aufgabe, jeden Freitag ein Bild aus meinem Schreibprojekt zu zeigen. Da ich so gerne Tutorials schaue, wird es zu jeder Zeichnung einen Blick hinter die Kulissen geben, bei denen ich meinen Lesern mitteile, was geil war und was mir schwergefallen ist.

Wie das fĂŒr dich aussieht, kannst du am Ende ganz allein fĂŒr dich entscheiden. Wichtig ist, dass 90% deiner BeitrĂ€ge unter den vier Kategorien fallen, die ich oben aufgelistet habe (Unterhaltung, Inspiration, Wissen und Interaktion). Die Leute sollen dich kennen und mögen lernen, sobald du dich mit ihnen vernetzt und sie dich kennen, sind sie auch viel offener dafĂŒr, dein Buch zu lesen.
Im Laufe der Zeit wirst du dich und vielleicht auch deine Interessen verÀndern, hab keine Angst, deine Follower an diesem Prozess teilzuhaben. Du hast ein neues Hobby? Du versuchst dich an einem neuen Genre? Du hast DIE beste Band der Welt entdeckt? Dann lass es uns wissen!

Es ist okay, wenn am Anfang nicht alles rund lÀuft und du ein bisschen Zeit brauchst, um deine Stimme zu finden, wichtig ist, dass du am Ball bleibst.

Storytelling, dein Freund und Helfer

Instagram besteht nicht nur aus schönen Bildern, sondern auch aus großartigen BeitrĂ€gen. Nachdem du festgelegt hast, worĂŒber du gerne reden willst, kannst du dich jetzt darum kĂŒmmern, wie du deine BeitrĂ€ge am besten verpackst. Unter Storytelling versteht man eine Methode, bei der durch Einsatz von Geschichten Informationen vermittelt werden.

Ein Beispiel wĂ€re mein Weg zu diesem Beitrag, den du gerade liest. Letztes Jahr habe ich in einer tiefen Depression gesteckt. Obwohl ich meine Arbeit als Designerin liebe, hatte ich immer das GefĂŒhl, dass mir irgendetwas fehlt, also habe ich mich auf die Suche nach der Ursache gemacht.

Zuerst glaubte ich, dass ich zu viel arbeite, deswegen habe ich einige Cover an Kollegen abgegeben und habe mich auch mit meinem Workflow neu orientiert.
Nachdem ich Bulletjournaling, Meditation und Minimalismus ausprobiert habe, ist mir aufgefallen, dass ich in meinem Bestreben eine ganz wichtige Sache vergessen habe:
Ich liebe es, anderen Menschen etwas beizubringen und mich mit ihnen auszutauschen.

In dem Bestreben meine Arbeit so gut wie möglich zu machen und als SelbstĂ€ndige voranzukommen, habe ich ganz vergessen, was es heißt, sich mit Freunden zu treffen oder anderen zu helfen.
Also habe ich mir fĂŒr 2019 vorgenommen, mich wieder mehr mit Freunden zu treffen und meinen Blog zu reanimieren. 2010 habe ich bereits Tipps und Tricks fĂŒr Autoren gegeben und das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich es dieses Jahr wieder versuchen will.

Mir ist aufgefallen, dass viele meiner Kunden Schwierigkeiten mit Instagram haben. Ich fing an, mir Gedanken zu machen, wie man ihnen zeigen kann, dass dieses Soziale Netzwerk viele Möglichkeiten bietet und kein Hexenwerk ist und sogar spaß machen kann.
Und jetzt sind wir hier und ich habe dir gerade erzÀhlt, wie es zu diesem Artikel gekommen ist. So funktioniert Storytelling. Jede Story hat einen oder mehreren Protagonisten, ein Problem, dass es zu bewÀltigen gibt und eine Lösung oder AufklÀrung.

Geschichten unterhalten und helfen uns, Informationen zu bearbeiten. Diese Eigenschaften kannst du dir auch zunutzemachen, um deine BeitrÀge interessant zu gestalten.
Dabei mĂŒssen Stories nichteinmal lang sein, wie uns Florian Meimberg auf Twitter mit dieser kleinen, schaurigen Geschichte beweist:

Eines Morgens stand ein Schneemann in ihrem Vorgarten. Außerdem war ihr Mann weg. Ein Zusammenhang, der ihr erst im MĂ€rz klarwerden sollte.

KontinuitÀt

Mit Instagram ist es so, wie mit den NeujahresvorsĂ€tzen: Am Anfang ist man richtig motiviert und beteiligt sich regelmĂ€ĂŸig an der Plattform, nur um dann nach einiger Zeit die Lust zu verlieren. Das kann daran liegen, dass man nicht schnell genug Ergebnisse sieht oder weil die Plattform einen nicht viel bietet – oder zumindest scheint es so.

Idealerweise sollte man jeden Tag auf Instagram posten, in meinen Augen sollte man aber ein realistisches Ziel setzen und sich dann mit der Zeit steigern. Es ist besser, ein Jahr lang ein Mal die Woche einen Beitrag zu bringen, als zwei Monate jeden Tag zu posten und danach die Sache schleifen zu lassen.
Wem es dir schwerfĂ€llt, spontan zu sein und dir BeitrĂ€ge aus dem Handgelenk zu schĂŒtteln – mir geht es zumindest so. Hilft es vielleicht, sich einen Tag in der Woche Zeit zu nehmen und die BeitrĂ€ge der nĂ€chsten Woche zu planen. Das macht auch Sinn, wenn du eine gewisse QualitĂ€t in deine Texte und Bilder steckst.

Social Media soll am Ende nicht nur arbeite sein, sondern Spaß machen. Im Idealfall nimmst du dir jeden Tag gezielt ein bisschen Zeit, um mit Kollegen und Lesern zu interagieren.
DarĂŒber hinaus solltest du auch KontinuitĂ€t in deine BeitrĂ€ge bringen. Indem du regelmĂ€ĂŸig ĂŒber dieselben Themen spricht oder klarmachst, dass dir Produkt XY gefĂ€llt, lernen anderen Nutzer dich kennen, es entstehen Insider-Jokes und man fĂŒhlt sich mit dir verbunden.

Zwei Beispiele, an denen man das sehr gut sehen kann, ist die liebe Jasmin Zipperling, die fĂŒr ihre Liebe zu Kinderschokolade bekannt ist. Sie hat es mit dem Kinderriegel sogar auf die Titelseite des Selfpublishers geschafft! Oder Benjamin Spang, der fĂŒr seine Liebe fĂŒr Döner und Caprisonne bekannt ist.

Der Innere Kritiker

„Das ist alles Schön und Gut“, magst du jetzt denken „Aber warum sollten sich die Leute ausgerechnet meine BeitrĂ€ge ansehen?“
Die Antwort: Werden sie am Anfang nicht, oder zumindest nur sehr wenige. Die Kunst dabei ist aber, einfach darauf zu scheißen, wie viele Leute dir zugucken und es trotzdem machen – ja da haben wir meine AffinitĂ€t fĂŒr FĂ€kalausdrĂŒcke.

In meinen Augen solltest du mit 1 Follower genauso posten wie mit 10.000. Der Grund dafĂŒr ist einfach: Die Leute mĂŒssen dich erst kennenlernen und wenn du nichts postest, können sie das nicht.

Fake it, till you make it!

Netzwerken, die Königsdisziplin

Jeder einzelne meiner Tipps ist hinfÀllig, wenn du dich nicht dazu bringen kannst, mit der Community zu interagieren. In meinen Augen ist es sogar wichtiger, dich mit anderen auszutauschen, als selbst Bilder zu posten.
Den Grund dafĂŒr habe ich bereits erlĂ€utert, ich tue es aber gerne nochmal:

Die Buchbranche besteht aus Menschen und Menschen sind soziale Wesen. (Jasmin Zipperling)

Wenn du Teil einer Autorengemeinschaft werden willst und du Wert darauflegst, dass Leser und Blogger deine Inhalte lesen, musst du mit ihnen interagieren.
Mir ist das am Anfang schwergefallen, da ich zum einen nie wusste, wie ich mit ihnen ins GesprĂ€ch kommen sollte und zum anderen war ich ĂŒberfordert mit so vielen Accounts.
Ich gebe dir mal ein paar praktische Tipps, wie du diese anfĂ€ngliche HĂŒrde ĂŒberwinden kannst:

1) Suche und folge Autoren und Blogger, die in deinem Genre lesen und schreiben. Achte darauf, dass ihr Àhnliche Follower-Zahlen habt.
2) WĂ€hle fĂŒr den Anfang 5-10 Nutzer aus, mit denen du regelmĂ€ĂŸig interagierst: Kommentare schreiben, Bilder liken, Storys sehen usw. Indem du die Anzahl beschrĂ€nkst, kannst du eine bessere Bindung zu ihnen aufbauen und lernst die Plattform kennen, ohne dich gleich ĂŒberwĂ€ltigt zu fĂŒhlen.
3) Antworte auf ALLE Kommentare und Nachrichten – es fĂŒhlt sich gut an, gehört zu werden.
4) Biete Hilfe an, bevor du nach Hilfe fragst.
5) Teile und rezensiere die BĂŒcher deiner Kollegen z.B. in den Insta Stories – sie werden es dir danken.

Nicht vergessen!

Jetzt gibt es meine Photoshop Vorlagen fĂŒr Autoren auf Etsy

Welche Hashtags soll ich nutzen?

Hashtags sind Schlagwörter, unter denen man deine BeitrĂ€ge findet. Instagram lĂ€sst bis zu 30 StĂŒck unter jedem Beitrag zu, dabei ist es egal, ob man sie direkt in den Post oder in die Kommentare schreibt.
Wenn man nach Hashtags sucht, werden die BeitrÀge auf zwei verschiedenen Weisen sortieren: neueste oder beliebte Posts.
Je mehr Likes und Interaktionen du hast, desto beliebter ist dein Beitrag, demnach macht es Sinn, auch kleinere Hashtags zu benutzen, da dort die Chancen besser stehen, unter den beliebten BeitrÀgen zu kommen.

Fast jeder, der neue auf Instagram ist, benutzt die Hashtags eher wie ein 
 hm nunja, ZehnjĂ€hriger: #schreibe #diesen #Beitrag #und #habe #dabei #Spaß

Ich verrate euch mal ein Geheimnis: keines dieser Hashtags ist relevant. Wer sein Instagram-Game einst nimmt, sollte die Gelegenheit am Schopfe packen und Hashtags mit Köpfchen nutzen.
Stellt euch immer die Frage: wenn ich nach diesem Beitrag googeln wĂŒrde, nach welchen Wörtern wĂŒrde ich suchen?

Hier ein paar Hashtags zur Inspiration:

FĂŒr Autoren:
#autorenleben #autorenalltag #schreiben #autorenaufinstagram #writersofinstagram #autorenwahnsinn #selfpublishing #schrifststeller #selbstverlag #autorencommunity #amwriting #storytelling #writerslife #schreibenistliebe #schreibenmachtglĂŒcklich #schreibzeit #deutscheautoren #bookbuzz

FĂŒr BĂŒcher
#bookstagram #instabook #lesen #bĂŒcher #buch #bokish #bĂŒcherwurm #buchtipp #buchrezension #lesenistliebe #buchempfehlung #bĂŒcherwelt #lesezeit #leseratte #harrypotter (oder ein anderer Buchtitel) #booknerd #buchfotografie #booknerd #bocaholic #currentlyreading #readingtime #bookshelf #shelfie #bĂŒcherliebe #lieblingsbuch (ein selfie mit seinem BĂŒcherregal)

FĂŒr Blogger
#buchblogger #buchblog #blogger #bĂŒcherblog #bookblog #bookblogger #verlagxy #lesemonat #tbr #germanblogger #lieblingsautor #bloggerofinstagram #wasmitbĂŒchern

Post-Ideen fĂŒr deine Buch-Kampagne

Bislang habe ich noch kein Wort ĂŒber Buchwerbung verloren. Wer sein Buch veröffentlicht, sollte dafĂŒr auch etwas Werbung machen. Oft steht man aber ratlos da und weiß nicht, welche kreativen Optionen einen zur VerfĂŒgung stehen.
Im besten Fall integriert man sein Schreiballtag und auch seine Buchprojekte ganz natĂŒrlich in die alltĂ€glichen BeitrĂ€ge. Das hat den Vorteil, dass unsere Leser sich an unser Buch gewöhnen und das sie nicht das GefĂŒhl haben, konstant mit Werbung beschallt zu werden.

Post-Ideen

1) Titel und Cover Abstimmung
2) Cover EnthĂŒllung
3) Cover Making-Of
4) Buchtrailer
5) Klappentexte EnthĂŒllung
6) Buch-Team Vorstellung: Coverdesigner, Lektor und Buchsetzer
7) Countdown bis zur Veröffentlichung: jeden Tag ein Bild-Zitat
8) Kollagen mit Bildern von deinen Lesern, die dein Buch zeigen
9) Kollagen mit Bildern, die dein Buch inspiriert haben (Moodboard)
10) Buch-Playlist
11) Verlosungen: Signierte Exemplare und Goodies
12) Leute, die mein Buch lesen, lesen auch folgende BĂŒcher: 

13) Charakter-Steckbriefe
14) Die schönsten Leserstimmen
15) Live-Lesung des 1. Kapitels in den Insta-Stories

Inspiration: Autorenprofile auf Instagram

Du möchtest sehen, was andere Autoren so auf Instagram treiben? Hier habe ich einige Profile, die du dir unbedingt anschauen solltest:

Marie Graßhoff

Tina Köpke

Tanja Voosen

Martin Krist

Luisa Strunk

Lin Rina

Lea Melcher

Kari LessĂ­r

Julia K. Stein

Jasmin Winter

Asuka Lionera

Das richtige Foto schießen

Du möchtest Tips und Tricks, wie du gut Fotos fĂŒr Instagram schießen kannst? Dann schau am 13. Januar bei meinem nĂ€chsten Blogartikel vorbei.

Vielen Dank…

dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Artikel zu lesen. Ich wĂŒrde mich sehr ĂŒber dein Feedback freuen!

Heute, am 09. Januar 2019 kommt ein richtig tolles Interview mit Benjamin Spang online. Du kannst es um 17:30 auf meinem YouTube Kanal sehen!

In dem Interview geht es um die Themen: Erfolgreiches Crowdfunding, Netzwerken, Social Media Marketing und das Aufbauen einer Autorenmarke!

Ich freue mich, wenn du dabei bist. 🙂

Von | 2019-01-14T20:39:52+00:00 Januar 9th, 2019|Allgemein, Instagram fĂŒr Autoren, Marketing|1 Kommentar

Warum du Instagram als Autor nutzen solltest + Die Insta-Basics

Kurz vor Weihnachten telefonierte ich mit einer befreundeten Autorin und da sagte sie:

»BĂŒcher schreiben ist gar nicht so schwer, Social Media Marketing ist eher das, was mir Kopfzerbrechen bereitet.«

Ich lachte und antwortete ihr, dass sie mit dem Problem nicht allein dasteht.
Über die HĂ€lfte der Autoren, mit denen ich arbeite, finden das Vermarkten ihrer BĂŒcher im Netz anstrengend, vor alledem, weil es viele Optionen gibt. Dabei ist die Wahl der richtigen Plattform und der Inhalte gar kein Hexenwerk.

Die magische Formel lautet:

Warte nicht darauf, dass deine Leser zu dir kommen, geh dortdahin, wo deine Leser sind.

Instagram hat einer der grĂ¶ĂŸten BĂŒcher-Communitys der Welt und sogenannte Bookstagrammer wissen, wie der Hase lĂ€uft.
Da die Plattform aus Bildern und Videos besteht, werden hier BĂŒcher unsagbar gut in Szene gesetzt und in den Kommentaren wird fleißig diskutiert.
Bookstagrammer sind hochmotiviert, gut vernetzt und aktiv. Das zeigt sich an dem beliebten Hashtag #bookstagram. Dieses umfasst ĂŒber 26 Millionen BeitrĂ€ge.
Instagram ist eine junge Plattform. Über 70% aller User sind unter 30 Jahre alt. Dabei ist das VerhĂ€ltnis zwischen mĂ€nnlichen und weiblichen Nutzer ausgeglichen.

Belletristik-Autoren haben es auf Instagram am leichtesten. Die Lieblingsgenres sind JugendbĂŒcher, Fantasy und Thriller genauso wie Liebesromane.
Auch Ratgeber-Autoren sind bei Instagram an der richtigen Adresse. Viele Nutzer suchen dort nach Inspiration und Tipps, wie sie ihr Leben besser gestalten können.
Beliebte Themen sind: Fitness, Gesundheit, Selbstverwirklichung, Job und Finanzen.

So funktioniert Instagram

Buchgruppen voller Spam, schlecht besuchte Veranstaltungen und massiv gedrosselte Sichtbarkeit von Autorenseiten.
Das alles hat Instagram nicht.

DafĂŒr ist die App simple aufgebaut und darauf ausgerichtet, andere Leute zu finden, was den Charme dieser Plattform ausmacht.

Bilder und Videos

Fotos werden quadratisch angezeigt, können aber auch von diesem Format abweichen. Videos sind maximal eine Minute lang und werden automatisch abgespielt. Der Ton aktiviert sich erst, sobald du das Video anklickst.
In deinen BeitrÀgen kannst du Personen markieren, Hashtags benutzen oder Geotags verwenden.

Instagram Stories

IG-Stories bestehen aus Bildern und 15 sek. Videos, die hintereinander abgespielt werden und nach 24 Stunden wieder verschwinden. Wer eine Story lÀnger konservieren will, kann diese in die Highlights auf seinem Profil speichern.

Instagram TV

Unter Instagram TV kannst du Videos hochladen, die bis zu 60 Minuten lang sind. Diese findet man neben den Insta-Stories unter deinem Profil. Die BeitrĂ€ge bleiben aber, anders als bei den Stories, dauerhaft online. Ähnlich wie bei YouTube, kannst du IG-TV KanĂ€le Abonnieren.

BeitrÀge speichern

Seit einiger Zeit kannst du Videos und Bilder von anderen Nutzern speichern und in Ordner sortieren. Deine gespeicherten BeitrÀge sind nicht öffentlich sichtbar.

So findet man dich auf Instagram

Hashtags

Hashtags sind das A und O, wenn es um deine Sichtbarkeit geht. Sie sind die Schlagwörter, nachdem IG Nutzer suchen. Man kann bis zu 30 StĂŒck unter einem Beitrag verwenden und sogar Hashtags abonnieren. Welche Hashtags in der BĂŒcher- und Autorencommunity am angesagtesten sind, verrate ich dir in dem nĂ€chsten Blogartikel. Hashtags funktionieren sowohl in deinen BeitrĂ€gen als auch in den Insta-Stories.

Markierte Bilder

Du kannst andere Profile in BeitrĂ€gen und auf Fotos markieren. Viele Bookstagrammer benutzen diese Funktion, um Autoren, Designern und Verlagen zu zeigen, dass sie ihre BĂŒcher lesen und fotografiert. Auf deinem Profil können andere Nutzer sehen, auf welchen Fotos du markiert wurdest.

Vorgeschlagene Personen

Sobald du einer anderen folgst, werden dir direkt unter dem „Folgen“-Knopf Ă€hnliche Profile vorgeschlagen. Indem du wertvolle BeitrĂ€ge postest und dich vernetzt, erhöhst du die Wahrscheinlichkeit, dass dein Profil vorgeschlagen wird.

Geotags

Neben Hashtags und andere Nutzer kannst du auch Orte in deinen BeitrÀgen markieren.
Events wie Lesungen, Konzerte oder die Leipziger Buchmesse laden zum Geotaggen ein und sind eine großartige Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen. Dasselbe gilt natĂŒrlich auch fĂŒr beliebte StĂ€dte und Touristenattraktionen.

Explore-Page

Beliebte BeitrĂ€ge werden von Instagram favorisiert und kommen auf die Explore-Page. Das ist ein Bereich unter der Suchfunktion, VorschlĂ€ge fĂŒr Posts bekommst, die dich interessieren könnten oder die gerade im Trend sind. Wenn du interessante, unterhaltsame oder wertvolle Fotos und Videos postest, kannst du mit etwas GlĂŒck auf diese Seite landen. Dieser Bereich ist je nach Nutzer unterschiedlich. Ich sehe zum Beispiel viele BeitrĂ€ge, die etwas mit BĂŒchern, Kunst oder dem Reisen zu tun haben.

Das perfekte Instagram Profil

Dein Nutzername

Das perfekte Profil fÀngt bereits bei der Wahl deines Nutzernamens an. Hier solltest du im Idealfall deinen Autorenamen verwenden, damit man dich findet, wenn man nach dir sucht.
Wie bei den meisten Profilen im Netz sind bei dem Nutzernamen keine Leerzeichen oder Sonderzeichen erlaubt. Dennoch kannst du Unterstriche (_) oder Punkte (.) als Trennung verwenden.

Beispiel: MariaMusterfrau, Maria_Musterfrau oder Maria.Musterfrau.

Sollte dein Name bereits vergeben sein, kannst du auch den Zusatz Autor/rin oder Schriftsteller/rin hinzufĂŒgen.

Beispiel: Maria.Musterfrau.Autorin oder Max_MĂŒller_Autor.

Sobald dein Profil online ist, kannst du einen öffentlichen Namen wĂ€hlen. Ich empfehle dir, zusĂ€tzlich zu deinem Namen auch SchlĂŒsselwörter zu verwenden.

Beispiel: Marie Muster Thriller Autorin

Leider kann man nur 30 Zeichen eingeben, sodass du kreativ werden musst, solltest dein Name lang sein.

Deine Instagram Bio

Stelle dich in 150 Zeichen vor. Das ist das Motto der Instagram Bio und ich finde, dass viele dieses Potential nicht ausnutzen.
Stell dir vor, du hast jemand neugierig auf dein Profil gemacht und wenn sie dich besuchen, steht da folgendes:

Marie Musterfrau
‱ Schreibt und liest BĂŒcher und liebt Katze.

Das ist nicht gerade spannend, und Lust, deine BĂŒcher zu lesen, habe ich auch nicht bekommen.

Wie wÀre es denn mit sowas?

Marie Mustermann

‱ schreibt lustige, lesbische Liebesromane aus Ludwigsheim
‱ liebt Ringelsocken und Dinge, die sich reim‘
‱ DebĂŒroman: Kathy wieder Willen

Die meisten von uns mögen BĂŒcher, Kaffee/Tee oder haben ein Herz fĂŒr Tiere *gĂ€hn*. Das will aber niemand wissen. ErzĂ€hle ihnen lieber etwas, was nicht jeder weiß und was dich einzigartig macht. Wenn du humorvolle Romane schreibst, dann sei witzig. Wenn du Gruselromane tippst sei schaurig. Schließlich bist du Autor! Im Grunde kannst du da auch eine Kurzgeschichte in 150 Zeichen erzĂ€hlen, das sind immerhin 10 Zeichen mehr als ein Tweet!

Dein Profilbild

Wir Menschen sind soziale Wesen und demnach vertrauen wir einem Gesicht mehr als einem Logo. Solltest du also nicht gerade unter einem geschlossenen Pseudonym arbeiten, rate ich dir, ein schönes Autorenfoto von dir zu verwenden. Das schenkt Vertrauen und lÀsst dich menschlicher und somit auch nahbarer wirken.
Im Idealfall hast du sogar ein Autorenfoto von einem Fotografen. Wenn nicht, reicht auch ein Bild mit dem Smartphone.
Wenn du dein Foto selbst schießt, solltest du auf diese Sachen achten:

‱ Eine gute Beleuchtung ist das A und O von jedem Foto. Am besten stellst du dich vor ein Fenster mit Tageslicht. Achte darauf, dass dir die Sonne nicht direkt ins Gesicht strahl, um harte Schatten und Überbelichtung zu vermeiden. DafĂŒr kannst du entweder ein bisschen vom Fenster zurĂŒckgehen oder du schießt dein Foto frĂŒh morgens oder an einem bewölkten Tag.

‱ WĂ€hle einen einfachen Hintergrund, sodass du als Person im Fokus stehst. Kleiner Trick: Benutze etwas Stoff oder ein großen Bogen Tonkarton aus dem Bastelbedarf als Hintergrund. Dabei kann dir entweder ein Freund helfen oder du befestigst es einfach an einer Wand oder einer Stehlampe.

‱ Halte die Kamera auf Augenhöhe oder mit einem leichten Winkel von oben, so vermeidest du ein Doppelkinn und das GefĂŒhl, dass du auf den Betrachter herabschaust.

‱ LĂ€cheln nicht vergessen!

Bio Link

Im Idealfall leitet dein Link zu deiner Webseite oder deinen BĂŒchern. Wenn du die Option haben willst, mehrere Links gleichzeitig zu verlinken, kann ich dir die Webseite Linktree ans Herz legen. Oder du erstellst selber eine Link-Sammlung auf deiner Webseite.

Privatprofil vs. Business Account

Die Geister scheiden sich, ob man als Autor ein Privatprofil oder ein GeschĂ€ft-Account anlegen sollte. Zum GlĂŒck kann man das auch im Nachhinein noch entscheiden.
Viele spekulieren, dass die Reichweite mit einem GeschÀfts-Profil gedrosselt wird, um euch zu zwingen, Anzeigen zu schalten.
Ich habe davon nichts gemerkt und bin bislang zufrieden mit meiner Entscheidung.

Die Vorteile eines GeschÀftsprofils liegen auf der Hand:

‱ Zugriff auf Insights, die dir Statistiken zu BeitrĂ€gen und Zielgruppe zeigen

‱ die Möglichkeit, Anzeigen zu schalten

‱ und eine GeschĂ€ftsbezeichnung unter dem Namen. Bei mir steht dort: Grafikdesigner/in.

Wer Instagram noch nicht fĂŒr sich entdeckt hat, sollte der sozialen Plattform eine Chance geben. Die Community ist vielfĂ€lltig und die Reichweite um LĂ€ngen grĂ¶ĂŸer, als bei den eingeschlafenen Facebook Seiten. Ihr habt diverse Möglichkeiten mit Lesern und Kollegen in Kontakt zu treten und euch und eure BĂŒcher vorzustellen.
Wenn du Unterhaltungsliteratur, Ratgeber oder fĂŒr Jugendliche schreibst, bietet Instagram die beste Plattform, um Leser zu erreichen.

Was soll ich auf Instagram posten? Und welche Hashtags kann ich verwenden?

Das erfÀhrst du am 8. Januar auf diesem Blog.

Wenn du nichts mehr verpassen willst, kannst du dich gerne in mein Newsletter eintragen oder du folgst mir auf Instagram oder Facebook.

Ich freue mich auf dein Feedback!

(dieser Beitrag enthÀlt Werbung)

Buchcover Trends 2018 (Deutschland)

JĂ€hrlich werden in Deutschland um die 80.000 Neuerscheinungen veröffentlicht, das sind mehr BĂŒcher, als ein Literaturliebhaber in seinem ganzen Leben lesen kann.

80 Tausend BĂŒcher bedeuten auch genauso viele Buchcover. Ich selbst habe im letzten Jahr um die 150 gestaltet, die meisten Cover waren fĂŒr Liebesromane, JugendbĂŒcher und Thriller, ein großer Teil davon fĂŒr Self-Publisher.

Einer der Sachen, die ich als Designerin fĂŒr mich und meine Autoren im Auge behalte, sind die Buchcover-Trends der Unterhaltungsliteratur.

Liebesromane sind sehr oft Trendsetter, gerade das Subgenre New Adult hat in den letzten Jahren einiges ins Rollen gebracht, wie zum Beispiel der Hype um goldene Akzente.

Egal ob TV Shows, Mode oder Kultur. Ein Großteil der Cover-Trends kommt aus englischsprachigen LĂ€ndern wie die USA oder England. Mit Buchcovern verhĂ€lt es sich Ă€hnlich.

Jetzt, wo es steil auf das Jahresende zugeht, möchte ich euch die deutschen Buchcover-Trends aus 2018 prÀsentierte.

Revival-Time: Die Vergangenheit ruft

Egal ob Mode, Musik, Kunst oder Serien, der Vintage- und Retrolook hatte in den letzten Jahren sein Revival und das zeigte sich auch in der Gestaltung der Buchcover.

Neben Farben in gedeckten Pastelltönen wie Hellblau, Senfgelb und verschiedene Rottöne konnten wir uns auch an Motiven aus der Vergangenheit freuen. Sehr beliebt waren alte Fotografien, ikonische GegenstÀnde wie Schallplatten und Walkmans sowie Illustrationen, bekannt aus Vintage-Veröffentlichungen, dazu gleich mehr.

Es grĂŒnt so grĂŒn!

Wenn es eine Sache gab, an der man 2018 nicht vorbeigekommen ist, dann waren das: Botanische Illustrationen.

Ganz vorne mit dabei: Tropische Motive bestehend aus exotischen Blumen, großen BlĂ€tter und Farn, dicht gefolgt von FrĂŒchten und Tieren, die aussahen, als stammten sie direkt aus einem alten Nachschlagwerk.

Unter dem Motto Vintage und DIY sind ein Großteil der Motive per Hand gemalt – oder zumindest im Selfmade-Stil. Sehr beliebt waren Aquarell- und Buntstiftmotive sowie Vektorillustrationen.

Das goldene Zeitalter

Goldfolie, Gitterstruktur oder als Typografie. Goldrausch in fast allen Genres. Wo große Verlage auf Goldfolie gesetzt haben, gab es auch viele BĂŒcher, die einfach nur den Schein wahren wollten und Abbildungen von Goldtexturen verwendet haben. Dieser Trend ist nach Mona Kastens Veröffentlichung „Save Me“ durch die Decke gegangen.

Vor allen unter Liebesromanen und Ratgebern war goldenes Konfetti der absolute Renner. Ich bin mir sicher, dass dieser Trend auch 2019 weiterhin bestehen wird.

Must Have: Es wird elegant a la Art DĂ©co

Wo wir gerade ĂŒber das goldene Zeitalter gesprochen haben: Elegante Cover waren 2018 ein absolutes Must Have fĂŒr alle New Adult und Dark Romance Fans. Mit ihren klaren Linien und den goldenen Akzenten erinnerten die Designs an Art DĂ©co. Dieser Stil entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und vereint geometrische Hell-Dunkel-Kontraste mit Elementen wie Gold, Bonze, Ebenholz, Leder, Marmor und Kristall.

Wo wir frĂŒher fast nur nackte Oberkörper hatten, sehen wir jetzt Cover, die aussehen wie Verpackungen von teuren LuxusgĂŒtern. Perfekt passend zu den New Adult Romanen voller Royals und MillionĂ€ren.

Cover mit minimalistischen Mustern und Strukturen wurden sehr oft entweder mit MĂ€nnern in AnzĂŒgen oder einer sehr prominenten Typografie gepaart.

If you like it, put an ornament on it

Was hatten Liebesromane, historische Frauenliteratur und Fantasy 2018 gemeinsam? Genau! Verschnörkelte Ornamente und Rahmen. Obwohl es bei Fantasy BĂŒchern seit Jahren ĂŒblich ist, Akzente mit schönem Schnickschnack zu setzen, ist der Trend auch auf andere Genres ĂŒbergesprungen.

Gerne gesehen sind Verzierungen, die an Bilderrahmen erinnern oder Schnörkel, die sich ĂŒber das ganze Cover verteilen. In Kombination mit den anderen Trends on Trend: Botanische Elemente.

Die Raute, der neue Kreis

Obwohl wir Kreise ĂŒber alles lieben, gibt es dieses Jahr eine Form, die sich still und heimlich in den Vordergrund geschlichen hat: Die Raute.

Sie passt perfekt zu den anderen Trends, da sie minimalistisch und elegant ist. Wir finden sie oft im Art Déco wieder, sie verströmt einen Retro-Charme und sie hat die perfekte Form, um viel Informationen in sich zu vereinen. Kurzum: Die Raute ist hier, um zu bleiben.

Ein alter Freund, die Wasserfarben

Buchcover mit Wasserfarben sind ein Trend, der sich seit einigen Jahren hÀlt und dennoch nicht langweilig wird.

Der vertrÀumte Look macht sich sehr gut auf Liebesgeschichten in jedem Genre. 2018 haben viele Cover ihre Aquarelltexturen im Hintergrund getragen, gepaart mit Illustrationen, ausgeschnittenen Fotomotiven oder Silhouetten.

Aquarelltexturen harmonieren mit dem Trend der botanischen Illustrationen. Sie geben dem Cover einen charmanten „handgemachten“ Look.

Schmetterlinge, die Ratten der Buchwelt

Wenn es ein Tierchen gibt, dass sich in jedem Genre wiederfindet und 2018 Hochkonjunktur hatte, dann waren das, Schmetterlinge.

Egal ob Thriller, Lovestories oder historische Romane, der Schmetterling hat dieses Jahr einige Buchcover geziert.

Mit ihren bunten FlĂŒgeln sind sie farblich vielseitig einsetzbar, schön anzusehen, passen zum Retro-Vibe und die metaphorischen Möglichkeiten sind unendlich.

Aufsteiger des Jahres: Kaktus und Flamingo

Anfang des Jahrs hatte der Discounter Tedi eine ganze Kaktus Kollektion. Wenn ich auf Amazon nach NotizbĂŒchern suchte, kam ich nicht an Flamingos vorbei. Dieser Trend, den ich liebevoll Flaktus nennen, ist in vollem Gange und das zeigt sich auch bei vielen Buchcovern aus dem letzten Jahr. Vielleicht ĂŒberholt Flaktus ja 2019 den Einhorn-Trend? Als Kaktus-Mutti wĂŒrde ich das sehr begrĂŒĂŸen!

Erobert die Buchcover-Welt: Millennial Pink

Obwohl die Pantone Farbe des Jahres Ultra Violett ist, gibt es in der BĂŒcherwelt ein Ton, der seit 2016 nicht wegzudenken ist: Millenial Pink.

Seit fast drei Jahren erobert der pastellige Pinkton die Welt. Vor alledem auf Instagram, Tumblr und in der Lifestyle- und Fashionwelt erfreut sich die Farbe an großer Beliebtheit.

Die Zielgruppe sind junge Leute, die zwischen den 80ger und 90gern geboren sind. Kein wundern also, dass sich so viele Cover, die an junge Frauen gerichtet sind, an diesem Trend bedienen. Wie zum Beispiel der Ratgeber “ByeBye Pille” von Isabelle Morelli.

 

Wercher Trend hat dir am meisten gefallen? Hast du Prognosen fĂŒr das kommenden Jahr? Schreib es mir in die Kommentare!

Von | 2018-12-21T23:40:41+00:00 Dezember 21st, 2018|Allgemein, Buchcover, Buchcover RĂŒckblick|1 Kommentar

SelbstĂ€ndigkeit und Depression – Eine Bestandsaufnahme

Zu mĂŒde, um zu funktionieren

Schule ist mir nie besonders schwergefallen, aber im letzten Jahr meiner mittleren Reife hat mich dann eine mysteriöse MĂŒdigkeit gepackt.
Damals wohnte mein erster Freund bei mir und er versuchte VerstĂ€ndnis fĂŒr mich zu haben, schließlich war ich bereits um 5 Uhr wach und erst gegen 15 Uhr wieder zuhause, trotzdem merkte man sein Unmut darĂŒber, dass er mich nur noch als Dornrösschen kannte.
Manchmal zwang ich mich, wach zu bleiben, doch ich merkte, dass ich dafĂŒr jeden FĂŒnkchen Energie brauchte. Dieser Mittagsschlaf, der ĂŒber 4 Stunden ging, war lebensnotwendig, denn zu dem Zeitpunkt fing ich an, abends als Coverdesignerin zu arbeiten.
Diese MĂŒdigkeit kam und ging, wie es ihr beliebte, im Nachhinein wĂŒnschte ich mir, ich wĂ€re aufmerksamer Gewesen und hĂ€tte diesen Zyklus protokolliert, um zu sehen, wie lange so eine Phase anhielt.
Manchmal redete ich mit meiner Ärztin ĂŒber meine MĂŒdigkeit und sie verschrieb mir mehr Bewegung, zu dem Zeitpunkt hatte ich mit dem Abitur angefangen und steckte Nebenbei in der SelbstĂ€ndigkeit. Wenn ich nicht schlief war ich entweder in der Schule oder am Rechner. Da erschien er mir logisch, meine MĂŒdigkeit auf die mangelnde Bewegung zu schieben – schließlich hatte ich auch 20 Kilo zugelegt, seitdem ich aus der Realschule draußen war.

Nach dem Abitur stĂŒrzte ich mich in die volle SelbstĂ€ndigkeit – all or nothing! Nach nur wenigen Wochen war diese andauernde TrĂ€gheit so groß geworden, dass ich kaum noch arbeiten konnte. Ich schlief 6 Stunden am Tag, um 4 zu arbeiten und dann todmĂŒde wieder ins Bett zu fallen. Morgens ging ich joggen, um den Körper in Bewegung zu bringe – danach war ich immer so fertig, dass ich ein kleines Nickerchen zwischen Joggen und Arbeit machen musste.
Ich machte mir ernsthafte Sorgen, da ich mein Arbeitspensum kaum schaffte. Das Schlimmste war aber meine Vergesslichkeit. Mir entfielen Dinge, direkt nachdem sie mir gesagt wurden. Ich vergaß, andauernd den Herd auszumachen oder wichtige RĂŒckrufe zu tĂ€tigen.
Bei dem nĂ€chsten Besuch bei meiner Ärztin teilte sie mir mit, dass ich verwirrt wirke, was wohl daran lag, dass ich regelrechte Wortfindungsstörungen hatte.
Langsam viel auch meinen Autoren auf, dass etwas nicht stimmte, ich konnte die wenigsten Sachen bei mir behalten, meistens versuchte ich, es mir aufzuschreiben aber manchmal vergaß ich sogar das. Es fĂŒhlte sich an, als wĂŒrde mich mein eigens Gehirn gefangen halten und jede Sekunde tausende von Informationen schreddern.
Meine Ärztin verordnete einige Untersuchungen, darunter auch mein Blutdruck und ein Blutbild. Der Blutdruck war etwas zu niedrig, obwohl ich ein hohes Übergewicht hatte, das Blutbild ergab: SchilddrĂŒsenunterfunktion und ein leichter Vitamin D Mangel. Sie verschrieb mir ein SchilddrĂŒsen Medikament, ein Vitamin D PrĂ€parat und eine knackige BrĂ€une.
Gut! Also nicht „gut“ aber zumindest ein Hinweis darauf, was mit mir nicht stimmen könnte.
Mit den Medikamenten ging es mir anfĂ€nglich etwas besser, wobei ich es im Nachhinein eher auf ein Placebo-Effekt schieben wĂŒrde.
Wenig spĂ€ter saß ich nĂ€mlich wieder bei ihr und klagte das alte Leid. An dem Tag – ich erinnere mich genau – hatte sie eine Praktikantin bei sich. Sie setzten mich hin und stellten mir verschiedene Fragen: Ob ich aktuell gerne ausgehe, ob ich Lust auf Freunde hĂ€tte, ob ich mich heftigen EmotionsschĂŒben zu kĂ€mpfen hĂ€tte usw.

Eine magische Pille

Sie verschrieb mir Citalopram – ein Antidepressivum. Das Medikament ist ein sogenannter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, in anderen Worten: Es erhöht die Konzentration von Serotonin im Gehirn. Serotonin ist ein Hormon, dass fĂŒr unsere Stimmung und Antrieb wichtig ist.
Joa, also Depression? Aber ich fĂŒhlte mich nicht traurig, ich hatten auch keine negativen Gedankenspiralen und mein Selbstbild hatte sich jetzt auch nicht drastisch verĂ€ndert. Um ehrlich zu sein war ich nur extrem mĂŒde und vergesslich.

Drei Tage nachdem ich angefangen hatte, dass Medikament zu nehmen, fĂŒhlte ich mich, als könnte ich BĂ€ume ausreißen.
Die Nebenwirkungen waren fĂŒr mich ĂŒberschaubar: Appetitlosigkeit – was als schwer ĂŒbergewichtige Frau nicht so schlecht ist, fehlende Libido – wer braucht schon Sex, wenn er arbeiten kann? Und manchmal hatte ich Herzrasen – auch nicht so schlimm, mein Blutdruck ist so wie so etwas niedrig.
In den ersten Monaten nach der Einnahme des Medikaments wurde mir erst bewusst, welche anderen Symptome die Depression still und heimlich in mein Leben gebracht hatte. Ich war nicht nur mĂŒde, sondern komplett antisozial geworden, meine Begeisterung fĂŒr Projekte hielt sich in Grenzen und meine Sprunghaftigkeit in Bezug auf Entscheidungen war rekordverdĂ€chtig.

In dem kommenden Jahr nahm ich brav die Tabletten und zog von zuhause aus. Ich löste mich vom Arbeitsamt und machte mich komplett selbstÀndig und schaffte mir eine Katze an.
Endlich ging es wieder bergauf und ich freute mich auf geplante Projekte. Ich wollte mein GeschÀft ausbauen, bloggen, bis mir die HÀnde abfallen, Videos drehen und endlich diesen verdammten Roman schreiben.

HĂ€tte ich zu dem Zeitpunkt gewusst, was mich noch erwartete, hĂ€tte ich mich in meinem Schrank eingeschlossen und wĂ€re nach Narnia geflĂŒchtet.

Hello darkness my old friend

Wenige Monate nachdem ich eingezogen war, kam die MĂŒdigkeit zurĂŒck, nicht so hart und auch nicht so drastisch wie frĂŒher, aber langsam schlich sie sich wieder in mein Alltag und machte es sich gemĂŒtlich.
Ich habe so viele Videos und BeitrĂ€ge ĂŒber das Thema Depression gesehen und gelesen, dass ich glaubte, niemals von ihr ĂŒberrascht zu werden.
Der Ausdruck „Niemand kann eine Depression verstehen, wenn er sie noch nie hatte“, kam mir immer so redundant und arrogant vor, als wĂ€ren alle Depressiven in diesem Club, indem sie sich in ihrem Leid suhlen.
Jetzt sitze ich hier und muss meine Meinung revidieren. Weil ich als gesunder Mensch nicht in der Lage war, zu begreifen, was eine Depression wirklich bedeutet.
Ich lernte auf die harte Tour, dass es neben GefĂŒhlen und Emotionen auch noch einen Daseinszustand gab, den ich vorher nie bemerkt hatte.
Ich möchte behaupten, dass ich fast mein Leben lang auf einer positiven Seite dieses Daseinszustandes war, wÀhrend der depressiven Phasen wendete sich mein Zustand um 180 Grad.
Ich hatte kaum Energie, um aus dem Bett zu kommen, ich habe fast alles vergessen, konnte mich nicht konzentrieren – an einem Punkt habe ich eine E-Mail mit dem Namen einer Kundin anstelle von meinem unterschrieben.
Witzigerweise war mir meine Arbeit und mein Wohlbefinden egal. Du kannst etwas Lieben oder etwas Hassen aber wenn dir etwas egal wird, hast du es verloren.
Meine GefĂŒhle waren wie weggesperrt, unter einer kleinen Glaskuppel. Das einzige GefĂŒhl, mit dem ich mich fast jeden Tag auseinandersetzen musste, war blanke Wut.
Als Kind hatte ich manchmal Probleme damit, meine Wut zu kanalisieren. Mich haben Dinge in solch einem Maß wĂŒtend gemacht, dass sie in keinem VerhĂ€ltnis zum Auslöser standen. Und genau das passiert mir jetzt auch.
Der PC wollte nicht hochfahren, zack!, da hatte ich bereits den Schreibtisch umgeworfen – ja, genauso wie das berĂŒhmte Meme.
Erschreckend war, wie wenig Selbstreflexion ich besaß. Ich war mir manchmal gar nicht gewusst, dass ich mich in einem anderen Daseinszustand befand, einfach weil man den Wald vor lauter BĂ€umen nicht sehen kann. Dort drin zu stecken bedeutet auch, die Knoten in meinem Kopf nicht lösen zu können, weil ICH ja das Gewirr war. Etwas gegen die Depression zu tun, war genauso schwer, wie ein Motor mit kaputtem Werkzeug zu reparieren.

KontopfÀndung! Das ist immer was Schönes

Es gab drei Tiefpunkte, die mir langsam bewusst machten, dass ich etwas tun musste.
Der Erste war meine Gesundheit, die von allen Seiten Hiebe bekam. Ich hatte in meinem Leben vielleicht 6x die Grippe. In den letzten Monaten bin ich nur noch krÀnkelnd und hustend durch die Gegend gewandert, auch meine MigrÀne, die ich davor gut im Griff hatte, kam mich alle zwei Wochen besuchen. Ich habe in den letzten Monaten um die 30 Kilo zugenommen und wiege aktuell alarmierende 145 Kilo.

Der zweite Tiefpunkt war der Tod meiner Großmutter. Obwohl ich sie nicht gut kannte, hĂ€tte ich mir von meiner Psyche auf die Nachricht ihres Todes eine bessere Reaktion gewĂŒnscht, als absolute GleichgĂŒltigkeit. Und das schloss auch die Beerdigung ein, auf die ich nicht gegangen bin, weil es mir a) egal war und b) ich zu dem Zeitpunkt niemanden sehen konnte – schon gar nicht eine Trauergemeinschaft. Zum GlĂŒck ist mein Vater ein Mensch, der nicht viel auf gesellschaftliche Konventionen gibt und mir am Telefon einfach offen und ehrlich gesagt hat, dass es okay ist, wenn ich nicht komme. Vielleicht war er auch ganz froh darĂŒber, dass ich nicht da war, schließlich haben wir die Oma auch zu Lebzeiten nicht oft gesehen und es wĂ€re heuchlerisch gewesen, da zu sein. Jetzt, wo ich etwas ZugĂ€nglicher bin, macht mich meine Entscheidung sehr traurig.

Der dritte Tiefpunkt war die PfĂ€ndung meines Kontos, die mich Mitte des Jahres erwartete. Wer andauernd krank ist und es den Rest der Zeit nicht aus dem Bett schafft, der geht unter. Nach wenigen Monaten hatte, und habe ich immer noch, hohe Schulden. Vor alledem die Krankenkasse und das Finanzamt klopften jede Woche an der TĂŒr.
Leider bin ich zu dick, um irgendeine bezahlbare Versicherung zu bekommen, die meine Arbeitskraft absichert. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich im BĂŒro meines Finanzberaters saß und er etwas betreten sagte, dass mich fast alle Versicherrungen abgewiesen hĂ€tten. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nie eine OP oder einen lĂ€ngeren Aufenthalt im Krankenhaus, ich rauchte nicht, ich hatte keine chronischen Krankheiten – bis auf die MigrĂ€ne, hatte einen gesunden Blutdruck und phĂ€nomenale Blutwerte. Dennoch war ich zu fett und das bedeutet im wahrsten Sinne des Wortes: Mein Gewicht schloss mich von jeder vernĂŒnftigen und bezahlbare Absicherung im Falle einer ernstzunehmenden Krankheit aus. So lob ich mir das!

Zum GlĂŒck gönnte mir die Depression eine winzige Pause und ich schaffte es, meine Energiereserven zu mobilisieren und die Schulden so weit zu tilgen, dass ich nach 5 Wochen wieder Zugriff auf mein Konto hatte und meine Katze nicht von Almosen leben musste. Danach war die Batterie tot und ich schlief mehrere Tage durch.

Morgens zwang ich mich mit Musik dazu, durch den Raum zu tanzen, um genug Motivation zu finden, um die Mahnungen zu bearbeiten und dringende AuftrÀge zu erledigen.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits zahlreiche Kunden vergrault und bis heute lebe ich von einer Rechnung zur NĂ€chsten.
An manchen Tagen packte mich ein HochgefĂŒhl, dass mich tausend Projekte planen ließ, die nach 2 Tagen meinem Unmut zum Opfer fielen. Zumindest sind das keine schlechten Ideen und ich könnte auf sie zurĂŒckkommen, sobald es mir bessergeht.

Kein Happy End – aber dafĂŒr ein Leben

WĂ€hre das ein Roman, mĂŒsste jetzt nach dem Tiefpunkt, der Moment kommt, indem der Held sich zusammenreißt und eine noch nie dagewesene Kraft entdeckt, um das Böse zu besiegen. Aber die RealitĂ€t ist, dass ich diese Kraft noch nicht gefunden habe – oder ich habe den tiefsten aller Tiefpunkte noch nicht erreicht, was mir Angst macht.

Eventuell ist das nicht die Hilfreichste aller Geschichten ĂŒber Depressionen. Ich persönlich musste in den letzten Wochen viel KĂ€mpfen, um mich wieder halbwegs normal zu fĂŒhlen. Aktuell arbeite ich daran, das VerhĂ€ltnis zu meinen Autoren zu bessern, denn das ist einer der Dinge, die mir nach all diesen Jahren am meisten wehtut.
Ich selbst bin jemand, der viel und hart fĂŒr seine TrĂ€ume arbeiten musste und ich kann die Frustration meiner Autoren verstehen, wenn die Zusammenarbeit mit mir niederschmetternd ist.

„BĂŒcher sind Herzenssache“, ist das Motto von Herzgezeiten und obwohl das in aller Ehrlichkeit der Grund war, weswegen ich als Coverdesignerin angefangen habe, weiß ich, dass ich nach all dieser Zeit einige Kerben in Herzensprojekte geschlagen habe. Und das tut mir leid.

Es macht mir Angst mich mitzuteilen, nicht nur meinen Freunden sondern auch meinen Kunden gegenĂŒber, weil ich selber nicht weiß, was in mir vorgeht und ich mich schlecht mitteilen kann. An manchen Tagen geht es mir gut und an manchen schlecht. Diese Ungewissheit macht es mit so schwer zu planen, zu arbeiten aber auch zu reden. Einer der RatschlĂ€ge, die man immer und immer wieder bekommt, wenn es um mentale Gesundheit geht, ist, mit jemandem darĂŒber zu sprechen. Aber ich weiß nicht einmal mit wem und worĂŒber. Und wenn innerlich tatsĂ€chlich der Sturm wĂŒtet und einem ĂŒber den Kopf das Haus abrennt, kann man sich nur selbst helfen.

Bis heute habe ich keine Ursache und auch keine Heilung fĂŒr meine Depression gefunden und ich lerne, nach Jahren, ganz langsam damit umzugehen. SelbstĂ€ndig zu sein bedeutet nicht nur fĂŒr sich zu arbeiten, sondern auch komplett autark fĂŒr sich zu sorgen. Und manchmal ist Selbstsorge einfach das Schwerste von allen.

Heute arbeite ich daran, mich zu finden und zusammenzuflicken. Ich muss ein Sicherheitsnetz schaffen, damit ich nicht wieder so tief falle. Ich versuche, mir mit meinem kaputten Gehirn zu helfen, und das ist schwer, aber nicht unmöglich.

Von | 2018-09-28T20:32:39+00:00 September 28th, 2018|Depression, SelbstÀndigkeit|9 Kommentare